Therapeutische Arbeit

Heute ist in vielen Bereichen unseres Lebens der Rhythmus gestört. Auch unsere Mitte hat ihre ausgleichende Kraft oft verloren, gehen wir damit nicht achtsam um, kann es zur Vereinseitigung, zur Erkrankung kommen. Um seine Mitte muss der Mensch aber ein Leben lang immer wieder aufs Neue ringen. Sie ist keinesfalls selbstverständlich, kann verschoben und erschüttert werden. Die Neigung des heutigen Menschen besteht darin, entweder Erlebnisse in die Seele zu tief hinein zu lassen (dabei entsteht Verwundung) oder in die andere Polarität zu gehen, dabei lasse ich mich seelisch kaum noch berühren, die Verarbeitung aller Dinge findet nur noch im Kopf statt.Die Kunsttherapie steht noch relativ am Beginn ihrer Entwicklung. Sie gilt als Therapie der Zukunft und wird immer häufiger eingesetzt. Sie ist ein bewährtes, anerkanntes Verfahren, dass es den Menschen ermöglicht, sich selbst kreativ auszudrücken und im Prozess Veränderung und Heilung zu erzielen.Unser Bereich umfasst das Malen, das Zeichnen und die Plastik. Speziell das Malen dient der Anregung schöpferischer Kräfte, man geht hier vom Seelischen aus. Es kommt nicht auf das perfekte Bild an, sondern auf den Prozess seiner Entstehung und die ihn begleitenden Erlebnisse. Hauptsächlich werden dabei die drei Grundfarben Rot- Wärme, Blau – Dunkelheit, Gelb – Licht, verwendet, Mischtöne können selbst geschaffen und dabei völlig neu erlebt werden, denn Prozesse kommen nicht fertig aus der Tube. Die Therapie dient der Aktivierung unserer seelisch – geistigen und schöpferischen Kräfte, unserer Individualität, die von dort aus auf das tiefer liegende prozessuale Körpergeschehen wirken kann. Abstraktionen sowie Tendenzen der modernen Malerei werden dabei bewusst vermieden, da das therapeutische Malen mit den Problemen der modernen Kunst wenig gemeinsam hat. Deshalb hat Frau Dr. Wegmann es einst als “geopferte Kunst” bezeichnet.